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Bad Waldsee

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Inhaltsverzeichnis

Bad Waldsee

Bad Waldsee ist eine baden-württembergische Stadt im Landkreis Ravensburg mit den Prädikaten Moorheilbad und Kneippkurort. Bekannt ist sie auch wegen ihrer historischen Altstadt mit vielen Sehenswürdigkeiten und einer großen Fußgängerzone. Bad Waldsee ist ein Mittelzentrum der Region Bodensee-Oberschwaben, das neben Bad Waldsee die Gemeinden Aulendorf und Bergatreute und Wolfegg umfasst.

Geographie

Lage

Bad Waldsee liegt in Oberschwaben nördlich des Altdorfer Waldes auf 584 bis 754 Meter. Die Altstadt erstreckt sich auf einer Landenge zwischen zwei Seen, dem Stadtsee (Osten; Vorlage:Höhe), der von dem aus Richtung Süden kommenden Urbach gespeist wird, und dem etwas kleineren Schlosssee (Westen), in den der vom Stadtsee kommende Pfaffenbach mündet und der durch die nach Westen fließende Steinach entwässert. Beim nordwestlichen Stadtteil Michelwinnaden entspringt einer der beiden Quellbäche des Donau-Zuflusses Riß.

Stadtsee

Der Stadtsee kann neben der historischen Altstadt als „Visitenkarte“ von Bad Waldsee angesehen werden. Er liegt mitten in der Stadt und wird auch vom städtischen Freibad genutzt. Der städtische Ruderverein benutzt ihn als Trainingsgewässer, außerdem gibt es einen Bootsverleih. Entstanden ist der See vor rund 16.000 Jahren bei der letzten Eiszeit, der Würmeiszeit. Der See ist Eigentum der Stadt Bad Waldsee und wird vom örtlichen Fischereiverein bewirtschaftet.

Schlosssee

Der Schlosssee liegt ebenfalls mitten in der Stadt, ist touristisch aber nicht erschlossen, da es kaum öffentliche Zugänge an das Seeufer gibt. Der See ist im Besitz des fürstlichen Hauses Waldburg-Wolfegg.

Stadtgliederung

  • Zu Bad Waldsee selbst gehören Steinach und die Weiler Dinnenried, Englerts, Graben, Haslanden, Hifringen, Hopfenweiler, Kohhaus, Mattenhaus, Reichertshaus, Schellenberg, Schlupfen und Steinenberg sowie einige Höfe.
  • Reute ist seit 1971 Ortsteil der Stadt Bad Waldsee. Zu Reute gehören die Wohnplätze Durlesbach, Greut, Magenhaus, Obermöllenbronn, Untermöllenbronn, Stadel und Tobel (2400 Einwohner).
  • Gaisbeuren mit den Wohnplätzen Ankenreute, Arisheim, Atzenreute, Dinnenried, Enzisreute, Haldenhof, Haldensäge und Kümmerazhofen (1785 Einwohner). (Seit 2014 sind die Gemeinden Reute und Gaisbeuren unter einer Gemeindeverwaltung zu Reute-Gaisbeuren zusammen geschlossen worden. Der Verwaltungssitz blieb in Gaisbeuren.)
  • Haisterkirch mit den Wohnplätzen Bäuerle und Heustöckle, das 715 m hoch gelegene Ehrensberg (Eingemeindung 1977), Hittelkofen, Hittisweiler und Osterhofen (1433 Einwohner).
  • Michelwinnaden mit den Wohnplätzen Michelberg und Lenatweiler (618 Einwohner).
  • Mittelurbach mit den Wohnplätzen Mennisweiler, Neuurbach, Oberurbach, Seeden, Unterurbach, Volkertshaus, Vorderurbach und Wolpertsheim (1347 Einwohner).

Nachbargemeinden

Die folgenden Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Bad Waldsee (im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden):

Ingoldingen, Eberhardzell (beide Landkreis Biberach), Bad Wurzach, Wolfegg, Bergatreute, Baindt, Wolpertswende und Aulendorf (alle Landkreis Ravensburg)

Geschichte

Bis zum 18. Jahrhundert

Waldsee („See der Walchen/Welschen“) wurde erstmals 926 im sogenannten Weißenburger Codex urkundlich erwähnt. In dem Dokument, das über die Zerstörungen der Ungarn während ihres Feldzuges durch Süddeutschland berichtet, heißt es: „In Walahsé ist eine königliche Niederlassung von den Heiden zerstört worden. Zu ihr gehören zwei Huben Ackerland, 60 Karren Wiesenheu, eine Mühle und eine Kirche“.

1298 wurde dem Flecken Waldsee das Ravensburger Stadtrecht verliehen, 1375 der Wegzoll und das Recht zur Aufnahme von Neubürgern, 1379 die Gerichtsfreiheit und 1434 der Blutbann.

Die Herrschaft über die Stadt wurde aber von den Herren von Waldsee ausgeübt, die die Stadt bald an die Habsburger, also an Österreich verkauften.

Am 12. Mai 1181 stiftete Kaiser Barbarossa das Kloster Waldsee.[1]

1386 verpfändete das Haus Habsburg die Stadt Waldsee an den Truchsess Johann II. von Waldburg, woraufhin es zu Aufständen der Bürger kam. Der Truchsess setzte sich durch und erlegte der Stadt einen jährlichen Treueschwur auf.

1406 wurde die Pfandherrschaft der Waldburger erneuert, als die Habsburger Waldsee zusammen mit Mengen, Riedlingen, Munderkingen und Saulgau endgültig verpfändeten. Seit dieser Zeit ist der Zwangsbund dieser fünf Städte auch als Fünf vorderösterreichische Donaustädte bekannt. 1415 kam es zum zweiten Aufstand der Bürger gegen die Herrschaft des Truchsessen, der mit Waffengewalt niedergeschlagen wurde. 1426 wurde das Rathaus errichtet.

1530 wurde der Versuch der Wiedertäufer gewaltsam beendet, die Stadt zu reformieren und die weltliche Herrschaft abzuschaffen.

Im Jahr 1579 begann man mit dem Neubau der Stiftskirche. 1680 kaufte sich die Stadt aus dem Pfand des Truchsessen los.

Am 19. Juli 1788 wurde das Augustiner-Chorherrenstift durch ein Dekret von Kaiser Joseph II. auf eigenen Wunsch aufgelöst.

19. und 20. Jahrhundert

Die österreichische Herrschaft endete, als Napoleon durch Kriege und Politik ganz Europa neu ordnete. So kam Waldsee am 12. Juli 1806 zum Königreich Württemberg. Bereits 1807 wurde Waldsee zur Oberamtsstadt erhoben und bekam im Königreich Württemberg mehr Geltung. Waldsee behielt diesen Status bis 1938, als die Nationalsozialisten im Zuge der Gleichschaltung die Oberämter auflösten und die Fläche des Oberamtes Waldsee den neuen Landkreisen Biberach und Ravensburg zuteilten. Nach dem Krieg und im Zuge der wirtschaftlichen Neuorientierung besann sich die Stadt ihrer Tradition des Bäderwesens, 1950 wurde das erste Moorbad eröffnet. Durch den weiteren Ausbau des Kurwesens erlangte Waldsee bereits 1956 das Prädikat Moorheilbad. 1974 wurde Bad Waldsee außerdem das Prädikat Kneippkurort verliehen.
siehe auch abgegangene Burg Waldsee und Burgrest Neuwaldsee.


Filme

Quelle: YouTube/SWR Quelle: YouTube
Quelle: YouTube Quelle: YouTube


Literatur

  • Michael Barczyk: Von vier Holzzubern zum größten Moorheilbad in Oberschwaben. Bad Waldsee. In: Wolfgang Niess, Sönke Lorenz (Hrsg.): Kult-Bäder und Bäderkultur in Baden-Württemberg. Markstein-Verlag, Filderstadt 2004, ISBN 3-935129-16-5.
  • Rupert Leser, Markus Leser, Thomas Fricker: Hallo Leut, etz isch Fasnet. Süddeutsche Verlags-Gesellschaft, Ulm 1999, ISBN 3-88294-290-8.
  • Johann Daniel Georg von Memminger: Gemeinde Waldsee. In: Johann Daniel Georg von Memminger (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Waldsee. Mit einer Karte des Oberamts, einer Ansicht von Waldsee und vier Tabellen. Cotta u. a., Stuttgart u. a. 1834 (Beschreibung des Königreichs Württemberg 10),

Verweise und Quellen

  1. Württembergisches Urkundenbuch, Band 2, 1858, S. 214


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Bad_Waldsee aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.





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