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Friedrichshafen Manzell

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Inhaltsverzeichnis

Manzell

Manzell ist ein Ortsteil von Friedrichshafen am Bodensee.

Lage: Straßen, Wege und Plätze in Manzell

Gastronomie und Hotels

Bewohner

Die Bewohner von Manzell werden Manzeller genannt.

Vereine

Folgende Vereine stammen aus Manzell:

Historische Ereignisse

Der Name Manzell geht zurück auf die "Mannzella" , d.h. auf dem Gelände von MTU (Tognum) befand sich früher eine Mönchs-Zelle mit einem Einsiedler (Eremit).

  • 897 : Manzell wurde 897 als Manuncella erstmals urkundlich erwähnt.
  • 1229: Die zweite Nennung stammt aus dem Jahr 1229. Die im Ort bestehende Kapelle war im Besitz der Herren von Summerau, die diese an das Kloster Weißenau verschenkten, welches den Besitz im 14./15. Jahrhundert vermehrte. Die Ortsherrschaft blieb stets bei Weißenau, die hohe Obrigkeit lag bei der österreichischen Landvogtei Schwaben.
  • 1827: Die Hofdomäne errichtete ein Mustergut.
  • 1838 Johann Daniel Georg von Memminger: Gemeinde Berg - Manzell, in: Beschreibung des Oberamts Tettnang. Cotta, Stuttgart und Tübingen, S.132-135:
    • "Manzell, ein katholischer Weiler, mit einem Königl. Privatgute, 3/4 Stunden unterhalb Schloß Friedrichshafen, an dem Bodensee gelegen, mit 53 Einwohnern, Filial von Fischbach. Die Zehnten und Gefälle hat die Königl. Finanzkammer, von Weißenau her, zu beziehen. Wenn gleich klein und unbedeutend, nimmt das Örtchen Manzell doch die Aufmerksamkeit mehrfach in Anspruch, theils durch seine stille und anmuthige Lage, theils durch das schöne Königl. Gut, das sich hier befindet, theils durch sein hohes, in entfernte Zeiten hinaufweisendes, Alterthum. Das Königl. Gut besteht in einer Schweizerei mit ungefähr 120 Morgen Feld und einem ganz ausgezeichnet schönen Viehstand. Das Gut ist Königl. Privatgut. Seine Majestät der König ließ es auf den Grund eines von der vormaligen Gräflich Sternbergischen Standesherrschaft, 30. Januar 1837, erkauften und durch andere Käufe vergrößerten Besitzes in der schönen Absicht hier anlegen, um in der Nähe des Königl. Landschlosses Friedrichshafen die Annehmlichkeit eines eigenen landwirthschaftlichen Betriebs genießen zu können, zugleich aber auch, um in dieser Gegend das Beispiel einer verbesserten Landwirthschaft aufzustellen. Die Gebäude, welche mit Beseitigung älterer Gebäude, ganz neu aufgeführt worden, sind einfach aber gefällig und dem Zweck entsprechend. In dem Hauptgebäude, einem nach Berner Art ausgeführten Schweizerhause, ist ein Absteigquartier für die Königl. Familie eingerichtet. Ein äußerst anmuthiger und durch die herrlichsten Aus- und Ansichten ausgezeichneter Fußweg, der am Seegestade hin angelegt wurde, verbindet das Gut mit dem Schloß Friedrichshafen; auf der nördlichen Seite läuft die Landstraße nach Meersburg hin. Der Viehstand besteht in der großen dunkelbraunen Rigi-Race, wovon der Stamm in der Schweiz selber von dem Kloster Einsiedeln gekauft wurde, und welche hier so gut gedeiht, daß die Nachzucht den Mutterstamm noch übertrifft. Auf dem Gute wird vorzüglicher Käse nach Schweizer Art bereitet, sehr erfreulich ist die Wahrnehmung, wie das in der Bewirthschaftung des Guts gegebene Beispiel bereits mannigfaltige Nachahmung findet und einen auffallenden Beweis, wie es insbesondere den Eifer in Veredlung der Viehzucht angeregt hat, lieferte ein in vorletztem Jahre stattgefundener Verkauf in der Meierei, wobei von drei 3–6 Wochen alten Kälbern, zwei bis auf 38 fl. und eines auf 40 fl. von den benachbarten Bauern gesteigert wurden."
    • "Manzell gehörte früher, unter der Landeshoheit der Östreichischen Landvogtei, dem Kloster Weißenau, und zuletzt unter Würtembergischer Landeshoheit dem Grafen von Sternberg. Es bildete zur Klosterzeit mit Kappel, Weiler an der Ach, Steinach und mit Theilen von Schnetzenhausen und Berg ein eigenes Amt, das Klosteramt Manzell. Der kleine Ort hatte vormals eine eigene Kirche mit den Rechten einer Pfarrkirche und einem eigenen Pfarrgeistlichen. Diese Kirche, welche theilweise noch steht, war eine der ersten und ältesten christlichen Kirchen am Bodensee, welche urkundlich schon im 9ten Jahrhundert mit einem eigenen Priester versehen und nach allen Umständen schon lange vorher der Sitz frommer Andacht war. Die Kirche wurde im Jahr 1751 von dem Abt Antonius zu Weißenau neu hergestellt, und behielt, wie wir später sehen werden, ihre Bestimmung bis zur großen Auflösung im Jahr 1802."
    • "Manzell hat seinen Namen und Ursprung ohne Zweifel von einer Zelle des heiligen Magnus, Mang – Magni cella, worin entweder ein Jünger des heiligen Mang oder der Heilige selbst sich seinem der Verkündigung des Christenthums geweihten Beruf widmete. Gallenzell hieß ehemals auch St. Gallen, von der Zelle des heil. Gallus. Mangenzell wird der Name Manzell noch vom Volk gesprochen, und bis gegen das Ende des letzten Jahrhunderts fand alljährlich am zweiten Pfingstfest von Weißenau aus der sogenannte Magnusritt statt, eine Art von Weingarter Blutritt, wobei der zu Weißenau aufbewahrt gewesene Theil von dem Blut Christi, in feierlicher Procession zu Pferd, nach Manzell gebracht und dort zur Anbetung ausgesetzt wurde.[2]"
    • "Manzell kommt wiederholt schon sehr frühe in Urkunden vor: eine Urkunde vom 12. Mai 818 über eine Schenkung eines gewissen Werinpert, zu Wechsetsweiler, an das Kloster St. Gallen ist in Manzell selbst ausgestellt – Actum in Cella quae nuncupatur Majoris. Nach einer andern Urkunde übergibt der Priester Pero im Jahr 897 demselben Kloster St. Gallen seine Güter im Thurgau, unter der Bedingung, daß ihm nach dem Ableben des Priesters Engelbert zu Manzell (Manuncella) die Kirche zu Manzell (Basilica in Manuncella) mit Zugehör auf Lebenszeit zu Theil werde. Neugart, C. D. No. 195 u. 627. Hiernach war die Kirche mit Zugehör Eigenthum des Klosters St. Gallen, hatte damals schon ihren eigenen Priester und wird, zur Unterscheidung von gewöhnlichen Kapellen, Basilica genannt. Außer dem Kloster St. Gallen hatten aber auch noch Andere Theil an den Gütern zu Manzell, es befand sich sogar der Sitz einer adeligen Familie daselbst, denn 1216 und 1220 kommen Heinrich und Hermann von Manzell als Besitzer des Guts Bibrugg vor; 1250 vermachte Heinrich von Ravensburg, der Sohn Dieto’s von Aistegen (Löwenthal), dem Kloster Weißenau seine Leute und Güter zu Manzell. Mit der Kirche und deren Gut findet man um diese Zeit die Grafen von Nellenburg von dem Kloster St. Gallen belehnt, von welchen sie die v. Summerau wieder als Afterlehen hatten. Die Brüder Albert und Heinrich von Summerau schenkten 1229 zum Seelenheil ihres auf einem Kreuzzug umgekommenen Bruders Cuno, dem Kloster Weißenau die Kirche und deren Güter, und machten sie durch Unterstellung anderer Besitzungen von dem Lehensverbande frei. Vergl. Summerau. So befand sich Weißenau im Besitze der Güter und der Kirche zu Manzell. Die von Heinrich von Ravensburg vermachten eigenthümlichen Güter bildeten den Grund der später noch durch einzelne Käufe und Schenkungen vergrößerten Domäne des Klosters, welche unter dem Namen Pfleghof begriffen wurde. Die Kirche wurde mit dem Pfarrwiddum schon 1230 dem Kloster incorporirt und daher von einem Klostergeistlichen versehen, der zu Manzell seinen Sitz hatte, und meist auch das Klostergut verwaltete. Im 30jährigen Krieg 1634 brannte, mit Ausnahme der Kirche, ganz Manzell und damit auch der Pfarrhof, von den Schweden angezündet, ab. Von dieser Zeit wurde kein ordentlicher Gottesdienst mehr gehalten, bis endlich auf vielfache Klagen der Manzeller das Kloster Weißenau 1710 einen neuen Pfarrhof herstellen ließ und wieder einen Geistlichen in den Ort setzte. Da jedoch das Kloster zur Pfarrwohnnng einen erledigten Lehenhof verwendete, dessen Heimfall zweifelhaft war, so gerieth es darüber mit der Östreichischen Landvogtei, welche über die Rechte der Lehensbauern wacht, in lange verdrießliche Händel, die erst im Jahr 1712 beigelegt wurden. Als das Kloster Weißenau 1802 und 1803 aufgehoben und dem Grafen von Sternberg zugetheilt wurde, nahm Östreich Kraft des Heimfallrechtes, unter Anderem auch Manzell mit Zugehör in Beschlag, und so kam die Besitzung schon 1805 mit der Landvogtei an die Krone Würtemberg. Durch die mit Sternberg im Jahr 1814, wegen der Epaven, getroffene Übereinkunft wurde das Gut an das Gräfliche Haus zurückgegeben und dieses blieb in dem Besitze, bis durch den Verkauf vom 30. März 1835 sämmtliche Sternbergische Besitzungen in Würtemberg an den Staat übergingen. Während der Zeit, daß Manzell sich mit Beschlag belegt befand, war jedoch der sogenannte Pfleghof an Einzelne verkauft worden."
    • "Die Pfarrei war schon von Östreich gleich nach der Epavisirung aufgehoben worden, die wenigen Pfarrkinder wurden an die Kirche zu Fischbach gewiesen. Nachdem im Jahr 1806 Manzell völlig als Filial mit Fischbach verbunden worden war, wurde 1810 auch die Kirche verkauft. Thurm und Chor wurden abgebrochen, das Schiff der Kirche aber in ein Wohnhaus verwandelt. Bei dem Abbruch des Thurms fand man in dessen Knopf eine lateinische Schrift, zum Andenken der Wiederherstellung der Kirche im Jahr 1751, verfaßt von Bernhard Sailer, damaligem Pfarrer in Manzell. Da die Kirche zu Manzell mehr eine Art von Klosterkirche, das Bethaus einer Zelle, als die Pfarrkirche einer Gemeinde war, so zog Östreich nach der Aufhebung des Gottesdienstes in derselben, als Landes- und Grund-Herr, auch das Vermögen und Einkommen der ohnehin längst incorporirten Kirche und ihres Dieners an sich, und so kam dasselbe auch an Würtemberg und von diesem an Sternberg. Der Pfarrei Fischbach war jedoch, wegen der Einpfarrung von Manzell, ein Theil des Pfarrwiddums überlassen worden. Der übrig gebliebene Theil war derjenige, den Sternberg 1827 an die Königl. Privat-Vermögens-Curatel verkaufte. Früher befand sich zu Manzell auch eine Schiffslände, sie wurde aber 1812 aufgehoben.“
  • seit 1850: Zugehörigkeit zur Gemeinde Schnetzenhausen
Datei:Zeppelin inside floating hangar.jpg
Luftschiffhalle in der Manzeller Bucht
  • 1900: Manzell spielt in der Industrie Friedrichshafens eine große Rolle. Die Luftschiffhalle für die Zeppeline befand sich in der Manzeller Bucht. Dort fand auch der erste Aufstieg des LZ 1 (Luftschiff Zeppelin 1) am 2. Juli 1900 statt.
  • 1914: Nachdem Theodor Kober in Manzell während des ersten Weltkrieges Marineflugzeuge produziert hatte, gründete Claude Dornier dort die Dornier-Werke (Gebäude, Flächen), ein Unternehmen, das dort bis zum Ende des zweiten Weltkrieges Flugzeuge produzierte.
  • 1937: Manzell wurde nach Friedrichshafen eingemeindet.
  • 1944: Nach der Zerstörung der Werke durch Luftangriffe der Alliierten siedelte das Unternehmen um.

Literatur

Quellen und Verweise


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Manzell aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.





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