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Kreis- und Gemeindereformen

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Dieser Beitrag wurde 2011 im Rahmen der Projektarbeiten zum 200-jährigen Stadtjubiläum von einem ehemaligen Schüler des Graf-Zeppelin-Gymnasiums in Friedrichshafen geschrieben.



Inhaltsverzeichnis

Kreis- und Gemeindereformen: Friedrichshafen und der Bodenseekreis

Ein Blick auf das Ortsschild der Stadt Friedrichshafen verrät einem heute, dass Friedrichshafen Kreisstadt des Bodenseekreises ist. Dasselbe zeigt auch das Kürzel „FN“ auf den Autokennzeichen der Bürger dieses Kreises, der sich beinahe entlang des gesamten baden-württembergischen Nordufers des Bodensees erstreckt.


Heute ist die Kreisstadtfunktion Friedrichshafens für die Friedrichshafener zur Selbstverständlichkeit geworden, aber wie wurde aus dem im Jahre 1811 geborenen Fischerdorf eine große, wichtige Stadt, die dieser Funktion gerecht werden konnte? Und wie entstand der Bodenseekreis? Handelte es sich bei der Heirat der beiden Altkreise Tettnang und Überlingen um eine Liebesheirat oder wurde sie durch Zwänge initiiert? Welche Wunden wurden durch die Reformen bei den Bürgern aufgerissen und sind diese heute endgültig verheilt? Im Folgenenden geht es um die Kreis- und Gemeindereformen, die Friedrichshafen erlebt hat und welche die Stadt bis heute prägen.

Fazit

Trotz aller Unstimmigkeiten und Widerstände kann man bei der Kreisreform von 1973 von einer Liebeshochzeit zweier Landkreise sprechen. Der Zusammenschluss des Landkreis Tettnang und Landkreis Überlingen erfolgte aus freien Stücken, da die Landesregierung einen anderen Plan für diese Region hatte. Natürlich lässt sich einwenden, dass in diesem Fall wohl einfach das „kleinere Übel“ akzeptiert wurde, aber die bereits genannten Vorteile der Reform sprechen für sich.

Heute ist der Bodenseekreis zur Selbstverständlichkeit geworden. Trotz der Streitigkeiten über die Autokennzeichen wächst er mehr und mehr zusammen. Ob die „Heilbronner Initiative“ erfolgreich sein wird oder nicht wird sich wohl in den nächsten Jahren zeigen.

Friedrichshafen geht klar als Gewinner aus der Reform hervor. Die Dominanz der Stadt im Bodenseekreis war und ist bis heute unanfechtbar und wurde vor allem durch die vorhergehenden Eingemeindungen, die ersten 1914, die letzten 1972 möglich gemacht, die aus dem kleinen Fischerdorf eine Stadt machen, die dem Titel „Große Kreisstadt“ würdig ist. Nur dadurch konnte Friedrichshafen auch zu der „Supermacht am Bodensee“ werden, die sie heute zunächst einmal wirtschaftlich und dann natürlich auch verwaltungstechnisch ist.

Der Bodenseekreis wächst mehr und mehr zu einer Einheit zusammen und stellt eine starkes, immer fortschreitendes Gebilde dar. Dies zeigt, wie sinnvoll die Kreisreform war. Reformen wie diese gibt es in allen möglichen Formen und haben immer das Ziel einen besseren Verwaltungsapparat und zu installieren und eine wirtschaftlich günstigere Planung möglich zu machen. Es gibt viele, die sich eine solche Reform sogar auf Bundesebene wünschen würden und den Zusammenschluss einiger Bundesländer befürworten würden. Es wird sich zeigen, inwieweit es solche Reformen in unserer Zukunft geben wird, da dabei, wie auch 1973 immer Vertreter der Nostalgie und des Gewohnten und Vertreter des Fortschritts und Wandels aufeinander treffen werden.


Literatur

  • Friedrichshafen Heimatbuch Bd. II – Verlag Robert Gessler
  • Friedrichshafen Heimatbuch Bd. III – Verlag Robert Gessler
  • Leben am See – Heimatjahrbuch des Bodenseekreises Bd. I 1983
  • Leben am See – Heimatjahrbuch des Bodenseekreises Bd. VII 1989/90
  • Leben am See – Heimatjahrbuch des Bodenseekreises Bd. XV 1998
  • Vogteien, Ämter, Landkreise in Baden – Württemberg Bd. I – Verlag W. Kohlhammer (Denkmodell der Landesregierung zur Kreisreform in Baden – Württemberg)
  • Vogteien, Ämter, Landkreise in Baden – Württemberg Bd. II – Verlag W. Kohlhammer
  • Der Bodenseekreis – Konrad Theiss Verlag

Schwäbische Zeitung mit folgenden Artikeln:

  • „Bekommen die Tettnanger ihr TT zurück?“ – 29.04.2010
  • „Studie: Deutsche wollen alte Autokennzeichen“ – 24.09.2010
  • „Überlingen will wieder „ÜB“ als Autokennzeichen“ – 27.01.2011
  • „Die 35 neuen Landkreise weisen größere Ausgewogenheit auf als die 63 alten“ – 19.12.1972
  • „Einer der ausgewogensten Kreise des Landes“ – Dr. Max Grünbeck – 20.12.1972
  • „Überlingens Ziel: „Große Kreisstadt“ Bedeutender Schwerpunkt im Westen“ – Reinhard Ebersbach – 20.12.1972
  • „Volkswille wurde ignoriert – Kein Verlangen nach Reform“ – Dr. Kurz Diez – 20.12.1972

Quellen und Verweise





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