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Seegedächtnis Bodensee

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Geschichtliche Dokumentationen der Seegfrörnen

1838 Johann Daniel Georg von Memminger: Beschreibung des Bodensee im Rahmen der Beschreibung des Oberamts Tettnang, S. 16-26:

  • Das Oberamt ist reich an Seen und Weihern, besonders in seinem östlichen Theile; der Hauptsee aber und eine Haupt-Zierde und Merkwürdigkeit desselben ist der Bodensee. Dieser große und herrliche See, der größte in Deutschland und einer der größten in Europa, gehört zwar nur zu einem kleinen Theil dem Königreich Württemberg an: gleichwohl glauben wir hier auf eine kurze Beschreibung des Ganzen eingehen zu müssen.[1]
  • Der Bodensee, Lacus bodamicus, hat seinen Namen nach der natürlichsten Ableitung von Bodmann, dem ehemaligen Königlichen Schlosse am Ende des ((Überlinger)) Sees. Von den Franzosen wird er Constanzer See, Lac de Constance, genannt, und in älteren Zeiten führte er auch den Namen Bregenzer See, Lacus brigantinus, ein Name, der jetzt nur noch dem Bezirke von Bregenz gilt. Andere Benennungen übergehen wir hier und führen nur noch an, daß der See häufig auch Schwäbisches Meer, Mare suevicum, genannt wurde.
  • Der Bodensee liegt auf der südlichen Grenze des Königreiches und scheidet dieses von der Schweiz. Seine Höhe über der Meeresfläche beträgt nach der neuesten und zuverläßigsten Bestimmung, auf den mittlern Wasserstand zu Friedrichshafen, oder 9′ 2″ des dortigen Pegels berechnet, 1208[ws 1] P. oder 1369 W. Fuß.[2] Der See dehnt sich in ziemlich gerader Richtung von Südost nach Südwest aus und bildet eine längliche Figur, die gegen Nordwest in zwei Arme sich theilt, wovon der eine der Überlinger See, der andere der untere See, nach dem Städtchen Radolfszell auch der Zeller See genannt wird, während der Hauptsee der obere See heißt. Der Zeller See ist von dem obern See auf eine halbe Stunde lang getrennt und steht in dieser Länge nur durch den Rhein mit dem letztern in Verbindung; der Überlinger See aber ist eine ununterbrochene Fortsetzung des obern Sees, und beide zusammen bilden nur Einen See. Die Länge dieses Sees von Bregenz bis an die Einmündung der Stockach beträgt 171/2 geom, Stunden, oder nahezu 9 geom. Meilen, von Bregenz bis Constanz aber, oder bis an die Grenze des obern Sees, beträgt sie 11 Stunden. Die Breite ist verschieden; seine größte Breite hat der See längs der Würt. Grenze hin, wo sie 4 Stunden und darüber beträgt.[3] *Der Flächen-Inhalt des Bodensees, von dem man übrigens noch keine genaue Aufnahme hat, beträgt, auf den Grund der besten Karten berechnet, im Ganzen, einschließlich des Untersees und der Inseln, 91/2 Quadratmeilen. Die Ufer des Sees sind zwar nicht geradlinig, aber doch ziemlich regelmäßig, sanfte Buchten wechseln mit vorspringenden Landzungen, oder Landspitzen, hier Hörner genannt, ab. Bedeutende Ausbeugungen hat der See nicht; dagegen hat er zwei schöne Inseln, Mainau im Überlinger See und die bedeutende Insel Reichenau im Zeller See, wovon jene mit einem schönen Schlosse, diese mit 3 Pfarrgemeinden besetzt ist; zwei weitere kleinere Inseln – Lindau und Wasserburg, wozu früher als dritte noch Argen kam, liegen an den Ufern des obern Sees. Die Ufer sind meist flach, desto mehr aber rundum mit einer Menge von Städten und Dörfern besetzt, welche das schöne Natur-Schauspiel, das der See darbietet, sehr beleben. Flach sind die Ufer hauptsächlich auf der deutschen Seite, und hier vornehmlich auf der Würtembergischen Grenze, so wie aufwärts gegen das Rheinthal und abwärts an beiden Enden des Sees. In diesen Gegenden breiten sich feuchte und sumpfige Ebenen aus, denen man deutlich ansieht, daß sie einst Seegrund waren, und die theils durch Zurücktreten des Sees, theils durch Anschwemmungen entstanden sind. S. o. Ebenen. Steil fallen die Ufer nur an wenigen Stellen, wie zu Mörsburg, Überlingen und Bodmann und an der Bergwand bei Bregenz ab. Die deutschen Ufer bleiben auch landeinwärts ziemlich flach, die Schweizer und Vorarlberger dagegen sind von den ansehnlichen Vorbergen der Schweizer- und Tyroler-Alpen begrenzt, die sich hinter jenen erheben. Der Anblick des Sees ist daher auch von der deutschen Seite aus noch viel malerischer und großartiger, als von der Schweizer Seite. Übrigens bietet der See auf allen Seiten die herrlichste Ansicht dar, und überall und bei jeder Witterung, in Sturm und Gewitter, wie in der Ruhe und bei heiterem Himmel, gewährt er dem Freunde der Natur den reichsten Genuß. Merkwürdig ist die Tiefe und Wassermasse des Sees. Jahrhunderte lang hat man sich über dieselbe mit irrigen und abenteuerlichen Angaben getragen; um der Ungewißheit ein Ende zu machen, veranlaßte das statistisch-topographische Büreau i. J. 1826 eine genaue Untersuchung derselben, die durch den Vermessungs-Commissär, Hauptmann von Gasser, der schon 1825 einige Untersuchungen vorgenommen hatte, und durch den Topographen Paulus, mit Beihülfe des Herrn Kaufmanns Schnell in Lindau, ausgeführt wurde. Das Ergebniß der Untersuchung ist in den Würt. Jahrbüchern, Jahrgang 1826, mit einer Karte ausführlich mitgetheilt worden. Es beträgt die größte Tiefe des Sees 964 W. oder 850 P. F.
  • Der Grund des Bodensee-Kessels liegt also tiefer als die tiefsten Gegenden des Würt. Unterlandes. Jene Tiefe befindet sich in der größten Breite des Sees, in der Mitte zwischen Friedrichshafen, Langenargen und Rorschach. Die früheren Angaben von der Tiefe des Sees wurden größtentheils unrichtig gefunden, namentlich die Angaben von der außerordentlichen Tiefe bei Mörsburg und Mehrerau; statt 1800 Fuß wurden bei Mörsburg nur 573 W. Fuß, und statt 2208 Fuß bei Mehrerau nur 201 F. als die größte Tiefe gefunden. Dagegen fand sich ein merkwürdiger Kessel bei Hegnau mit einer Tiefe von 768 Fuß. Eine andere merkwürdige Erscheinung wurde bei dem Einfluß des Rheins in den See beobachtet; es zeigte sich nämlich dort auf dem Seegrunde ein über eine Stunde weit in den See hinein sich erstreckendes, von hohen Böschungen oder Wänden begrenztes Thal, das seine Entstehung unstreitig dem Rhein-Einfluß verdankt. Im Übrigen wurde der tiefere Grund des Sees überall schlammig gefunden. Der Abfall des Seekessels von den Ufern aus zeigte sich nach der Beschaffenheit der Ufer verschieden: am steilsten ist er bei Mörsburg und Rorschach, an ersterem Ort hat der See unmittelbar an dem Felsenufer eine Tiefe von 122 Fuß, sonst nimmt der Fall meist langsam zu. Nachdem man durch die gedachten Untersuchungen, welche nach 13 Richtungen von 10 zu 10 Minuten angestellt wurden, die Beschaffenheit des Bodensee-Kessels näher kennen gelernt hatte, war es auch möglich, eine annähernde Berechnung seines cubischen Inhalts und seiner Wassermasse zu machen. Das Ergebniß dieser Berechnung war, daß wenn der Rhein mit seinem durch vieljährige Beobachtungen ausgemittelten Wasserabfluß bei Basel in den leeren Bodensee-Kessel flösse, er 2 Jahre und 20 Tage nöthig hätte, um denselben bis zu dem gewöhnlichen Wasserstande zu füllen. Der Stand des Wasserspiegels wechselt nach den Jahreszeiten: im Winter ist es am niedrigsten, im Sommer, und zwar in den Monaten Juni und Juli, wenn der Schnee in den Alpen schmilzt, am höchsten. Der Unterschied zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Stand beträgt übrigens ordentlicher Weise nicht mehr als 61/2 W. Fuß; nur außerordentlicher Weise steigt er auch bis zu 12, und überschwemmt dann die Ufer an vielen Orten. Aber auch bei dem stärksten Anschwellen nimmt der See nur langsam zu: in dem Schwäbischen Merkur vom 24. Juni 1837 wurde es als etwas Außerordentliches berichtet, daß der Bodensee seit einigen Tagen in je 24 Stunden 4 bis 41/2 Zoll zunehme. Doch soll nach eingezogenen Erkundigungen zuweilen auch noch ein rascheres Anschwellen stattfinden. Das Wasser des Bodensees ist in der Regel sehr klar und hat eine angenehme bläulich grüne Farbe, die jedoch auf der Oberfläche nach der Beschaffenheit des Himmels und der Wolken wechselt. Die Temperatur des Wassers ist bis jetzt noch nicht gehörig untersucht worden, bis zum Überfrieren kommt es auch in kalten Wintern selten. Die Geschichtsbücher haben nur die Jahre 1215, 1269, 1277, 1311, 1435, 1560, 1573, 1587, 1695 und 1788 als solche aufgezeichnet, wo der See überfroren ist, und auch in diesen Jahrgängen geschah es nur selten ganz, selbst in dem außerordentlich kalten Winter von 1788 fand nur ein theilweises Überfrieren statt. Dagegen ist der See in dem Winter 1829/30, wo die Kälte in Friedrichshafen bis auf 22, in Stuttgart auf 25 und in Tuttlingen sogar auf 28 Grad R. stieg, auch in seiner größten Breite von einem Ufer bis zum andern überfroren. Nur in der Mitte, wo die größte Tiefe sich befindet, blieb ein kleiner Kreis übrig, worin die Eisdecke nicht ganz geschlossen war, sondern nur unverbundene Eismassen sich herumtrieben. Am 4. Februar ließ der Statthalter von Rorschach, der Seltenheit wegen, einen Sack Getreide in Langenargen auf einem Handschlitten abholen; ein lebhafter Verkehr über das Eis hatte aber schon vorher von andern Orten aus zwischen den beiderseitigen Ufern stattgefunden. Die Schifffahrt stand natürlich ganz stille und wurde erst gegen Ende Februars wieder frei. S. Würt. Jahrbücher, Jahrgang 1830, S. 8 etc.
  • Sein Wasser erhält der See theils von unterirdischen Quellen, theils von Flüssen und Bächen, deren eine große Zahl in denselben sich ergießt. Den hauptsächlichsten Zufluß erhält der See von dem Rhein, von dem der Bodensee-Kessel eigentlich nur eine erweiterte und vertiefte Fortsetzung ist, und der auch den einzigen Abfluß des Sees bildet. Sodann fallen in den See, außer mehreren kleineren Gewässern: die Bregenzer Ach, in ältern Urkunden die Bregenz genannt, die Argen, die Schussen, die Roth-Ach, die Seefelder-Ach, die Stock-Ach, und auf der Schweizer Seite noch die Stein-Ach und die Gold-Ach.
  • Die herrschenden Winde auf dem See sind: der Nordwest- und der Ostwind, sodann der Südwind; jene sind zugleich merkwürdig wegen der Regelmäßigkeit, womit sie sich, hauptsächlich auf der Mitte des Sees, einstellen. Vormittags weht gemeiniglich Ostwind, Mittags Nordwest-und Westwind und Abends wieder Ostwind. Der Südwind, auch Föhn oder Pfäh genannt, ist seltener, aber häufig gefährlich, weil er die Schiffer oft jählings überfällt; er ist, wie wir unter dem Artikel Klima finden werden, auch sonst nachtheilig. Stürme sind dem See nicht fremd; sie kündigen sich gemeiniglich durch einen weiß-grauen Nebel und durch eine auf denselben folgende schwarze Wolke am Himmel an, haben aber dessenungeachtet schon manchem Schiffe und manchem Schiffenden den Untergang gebracht.
  • Schifffahrt und Fischerei sind der Hauptnutzen, den die Anwohner von dem Bodensee ziehen; sie gewähren ihnen einigen Ersatz dafür, daß sie auf der einen Seite kein Land und keine unmittelbare Nachbarschaft haben.
  • Die Schiffe des Bodensees sind theils Segelschiffe, theils Dampfboote. Die Segelschiffe wurden sonst in Lädinen und Halblädinen, Segner und Halbsegner getheilt. Jedes dieser Schiffe hatte seine bestimmte Größe und Ladungsfähigkeit, die Lädinen, als die größten, waren 110 F. lang und im Boden 14 F. breit, und laden 1500 bis 2500 Centner; die Segner sind 68 F. lang und auf dem Boden 81/2 F. breit. Jetzt ist jene Abteilung und Benennung außer Gebrauch gekommen, und an die Stelle der letztern nur die der „Marktschiffe“, mit Angabe ihrer Ladungsfähigkeit, getreten. Die Segelschiffe werden meist zu Hardt oder Bregenz gebaut. Der Bau ist sehr einfach und unvollkommen, in der Mitte steht ein großer, bei den größern Schiffen 82 Fuß hoher Mast, oder Segelbaum mit einem einzigen viereckigen Segel, ebenfalls von außerordentlicher Größe. Der Boden hat keinen Kiel, sondern ist, um der seichten Seeufer willen, flach. Kein Schiff hat ein Verdeck. Dampfboote gehen jetzt 4 auf dem See, und zwar der Wilhelm von Friedrichshafen, mit 20 Pferdekraft, der Leopold mit 40 und die Helvetia, mit 28 Pferdekraft, von Constanz, und der Ludwig, mit 45 Pferdekraft, von Lindau aus; ein fünftes wird für Friedrichshafen und ein sechstes für Lindau gegenwärtig gebaut. Das erste war der Wilhelm, das seine ordentlichen Fahrten mit dem Jahre 1824 begann. S. u. Außer den oben angeführten Segelschiffen hat man hauptsächlich nur in Kriegszeiten noch Schiffe anderer Art auf dem Bodensee gesehen. So schwammen im dreißigjährigen Kriege kleine Flotillen, theils von den Kaiserlichen, theils von den Schweden gebaut, darauf; einer Kriegsgaleere von 22 Kanonen hatten die Schweden den Namen ihrer Königin Christina gegeben. Ebenso bauten der englische Oberst Williams i. J. 1799 und die Franzosen i. J. 1800 Flotillen von Kanonenbooten auf dem See, sie wurden aber bald wieder abgetakelt, ohne daß besonders viel damit ausgerichtet worden wäre. Von dem Schifffahrtsbetrieb wird, so weit er Würtemberg betrifft, unter dem Abschnitt Handel noch besonders die Rede seyn, ebenso von der Fischerei am gehörigen Orte. Der See ist übrigens nicht außerordentlich fischreich; man zählt 26 Arten von Fischen darin, von denen überdiß manche nur dem Alter nach verschieden sind, S. Fische. Merkwürdig ist, daß man auch in dem Bodensee, wie in andern Gewässern, eine Abnahme der Menge der Fische wahrnehmen will. Von Wasser- und Sumpfvögeln werden 66 Arten am Bodensee gezählt. Die an den Bodensee grenzenden Staaten sind: Östreich, Bayern, Würtemberg, Baden und die Schweiz, und zwar die Kantone Thurgau und St. Gallen. Die Würtembergische Landgrenze beträgt in gerader Linie 5 Stdn., einschließlich der Krümmungen aber 61/8 Stdn. Die an dem See liegenden Würtembergischen Orte sind: Kreßbrunn, Thunau, Langenargen, Schwedi, Eriskirch, Friedrichshafen, Seemoos, Mannzell, Fischbach und die Höfe Schnaidt und Seewald. Den Uferstaaten stehen nach altem Herkommen auch die Hoheits- und Jurisdictions-Rechte, jedem nach Maßgabe seiner Ufergrenze, zu. So war es wenigstens in ältern Zeiten: jeder Angrenzer übte über den anliegenden Theil des Sees die Hoheitsrechte aus. Übrigens wurde der Bodensee im Allgemeinen immer als ein zum deutschen Reich und zum Schwäbischen Kreise insbesonders gehöriger See betrachtet und daher auch schwäbisches Meer genannt. Dieß war auch um so natürlicher, als ja die jenseitigen Schweizerufer früher selbst zu Schwaben gehört hatten. Der schwäbische Kreis übte auch eine Art von Oberhoheit, ein sogenanntes Imperium universale, im Gegensatze zu dem Imperium particulare der einzelnen Staaten, über den See aus, Kraft dessen er z. B. in Zeiten des Kriegs und der Theurung die Militär- und Polizeimaßregeln anordnete, für die Vertheilung sorgte, bewaffnete Schiffe, die gemeiniglich in Lindau ausgerüstet wurden, ohne Rücksicht auf die einzelnen Hoheitsgrenzen auf dem See kreuzen, Übelthäter bis an die Schweizerufer verfolgen ließ, Ausfuhrsperren anlegte etc. Das Haus Östreich, das außer Bregenz in vorigen Seiten auch die Stadt Constanz und Anderes an dem See besaß, noch ehe es zu den Montfortischen Besitzungen gelangte, machte mehrmals Versuche, die gleichen Rechte sich anzumaßen; der schwäbische Kreis widersetzte sich aber jedesmal mit Nachdruck und Erfolg; in den Jahren 1711 und 1742 gab er zur Aufrechthaltung seiner Rechte sogar eine Erklärung gegen Östreich zur Aufnahme in die Kaiserliche Wahl-Capitulation an die Churfürstlichen Wahlconvente ab. (Vergleiche Moser Wahlcapitulation Kaisers Karl VII. Bd. I. Anhang S. 19.) Auch die Particular-Hoheit der einzelnen Seeherrschaften gab Veranlassung zu manchen Streitigkeiten; man war insbesondere darüber nicht einig, wie weit die Grenzen eines Jeden in den See hinein sich erstrecken sollen, ob von beiden Seiten bis in die Mitte des Sees, oder aber nur soweit „Halden und Gründe“ gehen, wie beim Fischereirecht? ob also der See zwischen den gegenseitigen Herrschaften ganz getheilt, oder aber die Mitte frei seyn, ein „gefreiter Weitsee“ stattfinden solle? Am natürlichsten fand man jedoch die Theilung nach der Mitte des Sees, und dafür sprach die Praxis, dafür sprach auch Wegelin in einer „Dissertatio de Dominio Maris suevici, vulgo Lacus bodamici.“ 1742. sich aus. Auf diese Weise findet man den See auch in alten Karten getheilt. Erst in den neuern Karten ist das Einzeichnen der Hoheitsgrenzen gemeiniglich unterlassen worden. Das Auslassen derselben und Nichtbeachten der Seegrenzen erscheint aber nicht nur in staatsrechtlicher, sondern auch in geographischer Beziehung als ein Mangel; denn dadurch bleibt ja die Seefläche außer aller geographischen Berechnung. Es sind daher auch die Württembergischen Grenzen auf unserer Oberamts-Karte unter genauer Ausmittlung derselben nach dem Grundsatze der Theilung nach der Mitte angezeigt worden.[4] Der Würtembergische Antheil an dem Bodensee beträgt hiernach 21/10 Quadratmeilen. Wollte man freilich von Seiten der deutschen Bundesstaaten auf die alten Rechte des schwäbischen Kreises zurückgehen; so könnte die Frage entstehen, ob in dieser Beziehung die Grenzen nicht weiter auszudehnen seyn dürften ?


Quelle: Johann Daniel Georg von Memminger: Beschreibung des Bodensee im Rahmen der Beschreibung des Oberamts Tettnang, Tübingen 1838, S. 16-26.





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