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Raderacher Geschichte zum 12. und 13. Jahrhundert

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Raderach im 12. Jahrhundert

Im 12.und 13.Jahrhundert war fast in jedem Dorf des Linzgaues ein Rittergeschlecht ansässig. Meistens waren es Nachkommen von Männern, die als " Vertraute der weltlichen oder geistlichen Herren sich aus dem Stand der Dienstmannen hoch gearbeitet hatten. Aber die Herren von Radirai hatten mit gewöhnlichen Ortsadeligen nichts zu tun. Als Freie Adelige, so genannte "Edelfreie" gehörten sie zur "Creme" des regionalen Adels. In der Rangordnung der Hecht und des Einflusses waren sie gleich unterhalb der Grafen zu finden, im Gegensatz zu den normalen Adeligen, die in Abhängigkeit zu einem Lehnsherren standen. Die Edelfreien hatten hier in der Umgebung große Besitzungen und waren finanziell in der Lage, Burgen zu bauen. Für den Bau ihrer Ringwallburgen benutzten sie bevorzugt die vorhandenen Moränehügel (Drumlins), die sich nach dem Zurückbilden der Eiszeit-Gletscher vor zehn bis fünfzehntausend Jahren gebildet hatten. In Verbindung mit den Herren von Radirai ist vor einer alten und einer neuen Burg die Rede. Man geht davon aus, dass die Herren von Radirai vor dem Schloss in Raderach ihre Burg in der Nähe des Weiherberges hatten, dem so genannten Heidenschloss, bei dem der Wall heute noch gut erkennbar ist. Der Name Heidenschloss stellt zwar eine Verbindung in die vorchristliche Zeit dar, aber in diesem Fall ist der Name wohl aus dem Volksmund entstanden, der in früherer Zeit dazu neigte, alle Überbleibsel aus vergangenen Jahrhunderten den Heiden zuzuordnen.

Auf alle Fälle nennt eine Urkunde von 1140 des Herzog Welf für St. Blasien, die im Archiv des Klosters St.Gallen verwahrt ist, als Besitzer der Burg in Raderach den "Werinhero de Raderai". In einer zweiten Urkunde aus dem Jahre 1170, die vom Herzog von Spoleto, Welf IV. ausgestellt ist, ist erstmals das Dorf Raderai erwähnt, das als Ober- und Unter- Dorf e i n Dorf bildete. Das Geschlecht der Herren von Raderai war in einem größeren Umkreis ansässig. Sie waren bekannt und angesehen, hatten überall Güter und Rechte und die Angehörigen waren immer bei Verkäufen und Vergaben, teils als Verkäufer, Schenker oder als Zeugen zugegen. Erwähnt wurden in Urkunden Werinhero de Raderai, ihm folgten 1162 Hermannus, 1171 Wernherus, der sich den Beinamen Gnifting zulegte, um 1200 lebte Hermannus der Junge und 1245 werden Hermann und Werner de Raderai erwähnt.

Raderach im 13. Jahrhundert

Der Freiherr Heinrich trat 1216 und sein Sohn gleichen Namens 1276 auf. Er überließ 1250 dem Deutsch-Ritterorden zu Mainau das Patronatsrecht an der Kirche in Jettenhausen.Die Herren von Raderai besaßen das Bürgerrecht der Stadt Markdorf, von der sie auch das Wappen, ein Rad mit 8 Speichen, übernahmen (später auf 5 Speichen geändert). Außerdem waren sie Wappengenossen der Herren von Beg und Stammgenossen der Herren von Ummendorf.

Trotz ihres Reichtums waren die Gniftinge von Raderai auch als Raubritter gefürchtet. Sie wurden 1250, nachdem sie dem Kloster Salem durch Raub und Brand großen Schaden zugefügt hatten, mit dem Kirchenbann belegt, d.h. sie wurden aus der Kirche ausgeschlossen. Laut einer Urkunde vom 13.8.1256 wurde der Kirchenbann durch Bischof Eberhard von Konstanz wieder aufgehoben, nachdem Wernher von Raderai auf Drängen seiner Frau Adelheid, die unter dem Kirchenbann sehr litt, dem Kloster Salem einen Hof in Grasbeuren und einen Hof in Neufrach geschenkt hatte.

Auch in der Folgezeit ging der Besitz des Rittergeschlechtes fast ausschließlich an das Kloster Salem, so 1265 das Albert-Gut in Nennwangen, 1274 das Wackershauser-Gut in Neufrach, 1283 zwei Güter in Niederweier an der Schussen, 1288 ein Hof in Emmenhofen, 1293 das Frankengut in Bermatingen, 1294 das Winterbach- Gut in Urnau. Ein Wappen des Geschlechtes derer von Raderai hangt heute noch im Schloss Salem. Auch die Kloster Weingarten und Weissenau wurden von den Rittern von Raderai mit Schenkungen bedacht. Mit den Schenkungen wollte oft das Erlangen des Seelenheiles erkauft werden.

Das neue Schlo
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ss von Raderach wird im Jahre 1254 als "nono castro Raderai" erwähnt, das 1278 wohl vom letzten Ritter von Raderai, wiederum einem Wernherus, zusammen mit dem oberen Teil des Dorfes an das Hochstift Konstanz verpfändet wurde. Das Unter-Dorf wurde den Herren von Berg zugeschlagen. Ober- und Unterraderach wurden also damals schon getrennt. Oberraderach gehörte politisch lange Zeit zur Landvogtei Weingarten und wurde bei den großen Umwälzungen der Säkularisation durch Napoleon Baden zugeschlagen, Unterraderach blieb württembergisch. So erklärt sich, warum aus den beiden Gemeinden mit gleichem Namen nie Gemeinsamkeiten erwachsen konnten.

Doch nun zurück zum Mittelalter Seine restlichen Besitztümer verschenkte Wernher von Raderai an seine Verwandten Ulrich von Schönegg, Rudolf von Stripperg und Heinrich von Dettingen. So um 1300 verschwanden die Ritter von Raderai aus dieser Gegend.

Nach nur zwei Jahren ging das Schloss in den Besitz des Grafen Mangold von Nellenburg über, der im Jahr 1286 für 500 Mark Silber das Besitztum wieder an das Hochstift Konstanz verkaufte. Vom Hochstift wurde das Schloss 1357 an Georg von Payer verpfändet, bevor es nach weiterer Verpfändung 1616 wiederum vom Hochstift Konstanz eingelöst, renoviert und von einem Burgvogt, der dem Obervogt von Markdorf unterstand, verwaltet wurde und als fürstbischöfliches Jagdschloss weitere Verwendung fand. So kam es, dass am 9.9.1644, mitten in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges, Bischof Johann von Konstanz seinen Besitz besuchte und mit seinem Gefolge die Jagdfreuden genoss.

1805 kaufte der Staat das Schloss, verkaufte es 1824 an Konrad Endrass, der es wiederum an den letzten Besitzer Vinzenz Brugger übergab, der den Gerüchten glaubte, dass in dem alten Gemäuer noch Schätze verborgen sein müssten und es 1836 Stein für Stein abtragen ließ

Quellen und Verweise

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