S 3/6

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Die Schnellzug-Dampflokomotiven der Baureihe S 3/6 der Königlich Bayerischen Staatsbahn, später als Baureihe 18.4-5 bei der Deutschen Reichsbahn, hatten die Achsfolge 2'C1' (daher rührt auch der Name Pacific-Loks). Insgesamt wurden 159 Exemplare gebaut. 89 für die Bayerische Staatsbahn. In der Nachkriegszeit waren einige in Lindau beheimatet.

Die von der Firma Maffei entwickelte S 3/6 war eine Weiterentwicklung der Badischen IV f-Lok. Wie diese hatte die S 3/6 ein Vierzylinder-Verbundtriebwerk mit Einachsantrieb auf die zweite Kuppelachse.

Mit Ausnahme der Serien d und e, die einen Kuppelraddurchmesser von 2.000 mm aufwiesen, hatten die S 3/6 einen Kuppelraddurchmesser von 1.870 mm der drei Antriebsachsen, der einen Einsatz sowohl im Hügelland als auch im Flachland zuließ.

Die Höchstgeschwindigkeit der Lokomotiven betrug 120 km/h; die Kraftleistung wurde im Lauf der Baujahre von 1.770 PSi bis auf 1.830 PSi gesteigert.

DB-Baureihe 18.6, die Nummerierung lautete von DB dann 18 601 bis 630. Baujahre der Umbauten 1953–1957.

Ausmusterung: 1965
Länge über Puffer: 22.862 mm
Dienstmasse: 96,1 t
Reibungsmasse: 53,3 t
Radsatzfahrmasse: 18,1 t
Indizierte Leistung: 1.430 kW
HD-Zylinderdurchmesser: 440 mm
Kesselüberdruck: 16 bar
Rostfläche: 4,09 m²
Überhitzerfläche: 73,94 m²
Verdampfungsheizfläche: 194,77 m²


In den 1950er Jahren unterzog die Deutsche Bundesbahn einen großen Teil ihres Fahrzeugparks einer Modernisierung. Dabei wurden auch 30 Exemplare der Baureihe 18.5 durch die Firmen Krauss-Maffei und Henschel umgebaut. Hierbei handelte es sich um zwischen 1927 und 1930 von der Reichsbahn beschaffte Lokomotiven der Serien l bis o.

Diese Exemplare erhielten in den Ausbesserungswerken Ingolstadt und München-Freimann vom Betriebswerk Minden und der Firma Krauss-Maffei entwickelte neue Ersatzkessel mit Verbrennungskammer. Außerdem erhielten die Lokomotiven neue Führerhäuser und Mehrfachventil-Heißdampfregler. Weitere geplante Umbaumaßnahmen, z.B. neue Zylinderblöcke, wurden nicht vorgenommen.

Die zwischen 1953 und 1957 in Dienst gestellten umgebauten Lokomotiven erhielten die neuen Betriebsnummern 18 601–630 und wurden im Schnellzugdienst eingesetzt, wo sie in ihrer Leistung fast an die Baureihe 01 heranreichten. Stationiert waren sie in den Bahnbetriebswerken Darmstadt, Hof, Regensburg, Nürnberg Hbf, Lindau und Ulm.

Das Ende, ein Museumsexemplar und bei Märkllin & Co

Obwohl die modernisierten Lokomotiven sehr leistungsstark waren und auch als wirtschaftlichste Dampflokomotiven der Deutschen Bundesbahn galten, wurden sie schon zwischen 1961 und 1965 vollständig ausgemustert.

Der Grund dafür war, dass beim Umbau die Pumpenträger direkt am Kessel angeschweißt worden waren, was zu Rissbildungen führte. Der Kesseldruck musste deshalb von 16 auf 14 bar reduziert werden, wodurch die Lokomotiven erheblich an Leistung einbüßten.

Die letzten Lokomotiven (18 622 und 18 630) wurden 1965 in Lindau außer Dienst gestellt und 1966 verschrottet.

Erhalten blieb die 18 612, die noch im Deutschen Dampflokomotiv-Museum besichtigt werden kann.



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