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Siegfried Rehm

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Inhaltsverzeichnis

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Siegfried Rehm - ein echtes Siedlerkind

Kaum geboren

Er wurde 1937 als Sohn von Sebastian und Josefine Rehm in Friedrichshafen geboren. Bald konnte er in das neu erstellte Haus in der Banatstraße ( heute Enzianweg ) ziehen und konnte dort einen Großteil seines Lebens verbringen. Der Vater zog nach zwei Jahren in den Krieg und sollte erst im Dezember 1945 zurückkehren. Der Mutter blieb die schwierige Aufgabe, drei Kinder alleine großzuziehen.
Wenig Erinnerungen sind an die aller ersten Jahre hängen geblieben. Vage im Gedächtnis haften geblieben sind die ersten Freunde aus der nahen Nachbarschaft.
Hundertneunzehn Einfamilienhäuser, etwa gleich viel Eltern und zweihundertfünfzig Kinder. Es war eine beschauliche Gegend, um aufzuwachsen, doch



und schon war Krieg

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... und dann die schrecklichen Ereignisse im Jahr 1944, als Bomben das eigene und viele Nachbarschaftshäuser zerstörten und Bekannte und Freunde ihr Leben lassen mussten. „Das mit ansehen zu müssen war für mich als kleinen Buben prägend fürs Leben und noch heute gehen mir manchmal diese Bilder durch den Kopf.“
Mit der Mutter und den Geschwistern musste er Friedrichshafen verlassen und zur Verwandtschaft nach Behweiler unweit Oberteuringen ziehen. „Mit dem Leiterwagen und dem Fahrrad nahmen wir das Notwendigste mit. Bis 1946 waren wir evakuiert.“ Der Vater legte seinen 13 km langen Arbeitsweg zur Häfler Dienststelle mit dem Fahrrad zurück.


Schule war manchmal Nebensache

Ein Jahr Pestalozzi Volksschule, dann kam der Fliegerangriff, zwischendurch zwei Jahre Schulbesuch in Oberteuringen, wo alle acht Klassen in einem Zimmer zusammen unterrichtet wurden und später dann wieder Unterricht in der teilweise zerstörten Pestalozzischule. „Die Heizung war kaputt, Heizmaterial nur Mangelware, deshalb gab es immer wieder sehr erwünschte Kälteferien. Unterrichtsausfall war an der Tagesordnung aber gelernt haben wir trotzdem was. Fürs Gymnasium, wo man noch Schulgeld zahlte, gab es keinen Platz, die Bildung kam erst nach dem Kriege. Man muss sich wundern dass wir dennoch einigermaßen gescheit entlassen wurden.“


In der Freizeit ging’s lustig zu

Der Krieg hatte Spuren hinterlassen, doch getreu nach dem Motto „Not macht erfinderisch wurde man schnell zum Selbstversorger. Der Garten war eine kleine Landwirtschaft und versorgte einen mit dem Nötigsten. Am Wochenende und in den Ferien ging die ganze Familie zur Mitarbeit auf die Landwirtschaft nach Behweiler und dort gab es als Lohn besondere „Fressalien“ wie Brot, Butter, Eier und Speck. Verhungern musste man nicht.
Die Banatstraße, die rückgestaute Rotach, unser Zuhause, die freien Wiesen und das Wäldchen waren die idealen Spielplätze, um zu „bolzen“, Schlittschuh zu laufen, Hockey zu spielen, Zirkus zu spielen, erste Kontakte aufzunehmen und einfach gut aufzuwachsen. „Es war das Paradies schlechthin.“


Der Ernst des Lebens begann

Volksschulabschluss, zunächst keine Lehrstelle, später Mechanikerlehre bei Maybach, „Mit Fleiß holte ich auf, was ich in der Schule nicht bekommen hatte. In der Lehre war ich ein Streber, denn nur so konnte man vorankommen in der Nachkriegszeit. Die Lehre bei Maybach war sehr gut und dass sie recht hart war, ist auch bekannt. Doch die bei Maybach „Gelernten“ waren in ganz Deutschland gesucht. Übrigens die duale Ausbildung wurde von Karl Maybach begründet“.
Nach einem sehr guten Lehrabschluss war der Einstieg in eine gelungene Berufslaufbahn geebnet. Als weißer Jahrgang musste Siegfried Rehm nicht zur Bundeswehr.
Nach der Lehre ging’s im Werkzeugbau weiter, nach zwei Jahren erhielt er in der Firma den Rat von zwei Vorgesetzten. Der eine empfahl ihm in die Ostzone zum Studieren zu gehen, der andere sagte bleibe bei Maybach: Du machst deinen Weg bei uns“. Die Firma bot einen guten Platz in der Vorkalkulation und kurze Zeit später bot sich die Chance bei REFA einzusteigen.
1962 wurde geheiratet und für zehn Jahre nach Ailingen gezogen. Ehefrau Inge gebar ihm 1968 einen Sohn.1972 kehrte die Familie zurück in den Enzianweg. Mehrere Baumaßnahmen führten zu einem schmucken Zuhause


Einstieg in die Ehrenamtliche Arbeit bei der REFA

Der REFA - Verband für Arbeitsgestaltung, Betriebsorganisation und Unternehmensentwicklung ist Deutschlands älteste und bedeutendste Organisation für die berufliche Weiterbildung. REFA entwickelt und ermittelt mit Hilfe von Wissenschaftlern und Praktikern Methoden und Daten für die wirtschaftliche Unternehmensführung, stimmt diese mit den Tarifparteien, den Arbeitgeberverbänden und den Gewerkschaften ab und überführt sie in eine verbandseigene Lehre. Damit ist er ein bedeutender Anbieter für die betriebliche Weiterbildung mit internationaler Ausrichtung. Der Verband ist heute der Vertreter des Industrial Engineering im deutschen Sprachraum

Die REFA-Ausbildung führten Siegfried Rehm zum REFA-Ingenieur
Dies bedeutete den Durchbruch bei der MTU. Ein beachtlicher Aufstieg brachte ihn vom Sachbearbeiter über weitere Stationen zum Hauptabteilungsleiter Produktionsplanung. Es ging dabei um die Optimierung der Arbeitsprozesse und der Herstellkosten, damit das Produkt MTU Dieselmotor auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig wurde. Später war er mit der Methode „Wertanalyse“ für die Produktgestaltung verantwortlich.
Ein paralleler sehr beachtlicher Aufstieg gelang ihm bei REFA. Der Bezirksvorsitzende Siegfried Rehm stieg zum Landesvorsitzenden und später Vizepräsident Deutschland auf. Er sah dabei seine ehrenamtliche Arbeit bei REFA immer auch zum Nutzen des Unternehmens, zum Nutzen des Arbeitgebers und zum Nutzen der Arbeitnehmer.


Der „Wieder“Gründer der Siedlung Löwental


Die Wiedergründung der Gemeinschaft 1986
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Der Einstieg in die Wiedergründung war die Feier zum 50. Bestehen der Siedlung. Die Idee stammte von Margret Graf, 1936 sieben Jahre alt, als Ihre Eltern Am Holderbusch 2 siedelten. Ca. 80 Mitbewohnerinnen und Mitbewohner organisierten ein großartiges Jubiläumsfest.
Mit dem Willen, den Siedlergeist neu zu beleben wurde ein Fest organisiert und gefeiert. Die Siedlung Löwental hatte 1986 1240 Einwohner, davon waren noch 70 Siedler aus der Gründergeneration.
Ermuntert vom Erfolg des Jubiläums-Festes kam es am 10. November 1986 zur Gründung des Vereins "Gemeinschaft Siedlung Löwental", abgekürzt GSL. Die Gründungsversammlung wurde im Gemeindesaal Zum Guten Hirten durchgeführt. Die Leitung der Versammlung übernahm Siegfried Rehm. Es nahmen 60 Siedlungsbewohner an der Versammlung teil und diese wurden auch spontan Mitglied der neugegründeten Gemeinschaft. Zum Vorsitzenden des ersten Vorstand der GSL wurde gewählt: Siegfried Rehm.


Das Männervesper

Pfarrer Karlheinz Fries von der Erlöserkirche und Siegfried Rehm, damals noch Vorsitzender der Gemeinschaft Siedlung Löwental hatten die Idee bedeutende Männer der Stadt und weit darüber hinaus einzuladen und mit Bewohnern der Siedlung ins Gespräch zu kommen. Im Jahr 2010 war Grund für eine Feierstunde, bei der erstmals auch Frauen eingeladen waren.


Aus dem Gemeindebrief:

  • Oberbürgermeister Andreas Brand beim 50. Männervesper

Herausforderungen für unsere Gesellschaft beschrieb Oberbürgermeister
Andreas Brand beim Jubiläumsmännervesper am 17. März in der Erlöserkirche.

Provozierende Thesen: „Gier frisst Hirn“ zum Thema Geld, „Verlängerung
der Wahlperioden auf 6-7 Jahre“ zum politischen Gestalten der
Mandatsträger, und die Spannung zwischen
einer „Sehnsucht nach dem stärkerem Staat bei gleichzeitigem Abgeben
persönlicher Verantwortung“ in Bezug auf die Orientierungslosigkeit in der
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modernen Internetgesellschaft eröffneten die Diskussion unter den anwesenden 75
Gästen. Siegfried Rehm gab einen kurzen Rückblick auf ausgewählte Themen
der Männervesper, die er mit dem als Gast anwesenden Pfr. i.R. Karlheinz Fries

1998 gemeinsam begründete. Der Landtagsabgeordnete Ulrich Müller und
zehn der bisherigen hochqualifizierten Referenten folgten der Einladung von
Erlösergemeinde und Gemeinschaft Sielung Löwental e.V. an die Männer,
die erstmalig zum 50er Jubuläum auch von ihren Partnerinnen begleitet wurden.
Inga Weise und Stefanie Etzel umrahmten den Abend musikalisch. Nach der
Diskussion unter der Leitung von Pfr.Harald Kuhnle lud Edeltrud Wösle als
Vorsitzende der Siedlergemeinschaft zum kleinen „Vesper“ ein. Oberbürgermeister
Andreas Brand stellte sich noch lange in persönlichen Gesprächen allen
Anfragen der Gäste.


Die Schweizerkinder

Notleidende Kinder in Oberschwaben, wurden in den Jahren 1946/47 von den Schweizern für einen Tag in die Schweiz eingeladen. Für die Kinder war dies eine Fahrt ins Schlaraffenland. Das gute Essen und die neuen bzw. gebrauchten Kleider haben die Kinder nie vergessen.
Siegfried Rehm war Mitbegründer und Vorsitzender des Vereins von 2003 – 2007. Der Verein erinnert an die Hilfe der Schweiz nach dem Krieg für Kinder der Region.
Ziel war die medizinische Betreuung kranker Kinder, das Ermöglichen von Erholungsaufenthalten und das Fördern von sozial schwachen Kindern,


Für den Privatmann ist Sport die Entspannung schlechthin

Getreu seiner Denkweise „Geist und Körper ein Leben lang fit zu halten“

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Wandern, Bergsteigen und Skilaufen  ... und im Winter Skifahren


In Zermatt hat er vor dreißig Jahren seinen Winterplatz gefunden und ist ihm treu geblieben

„Am Ende des 30 km langen Vispertales, an der italienischen Grenze des Schweizer Kantons Wallis, liegt umgeben von 29 Viertausender Zermatt, das Dorf am Fusse des Matterhorns, dem meistfotografierten Berg der Welt.“






Radfahren


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Auf dem Sellapass in Südtirol

Wenn andere ebene Straßen zum Radfahren suchen, suchte er meist die steilsten Anstiege. Kaum ein Alpenpass in der Schweiz, Österreich, Frankreich und Italien, den er nicht mit seinem Rennrad überquert hatte.



Fußball
Vom Kicken auf den Wiesen um die Siedlung Löwental zum Fußballspielen in Friedrichshafen und in Ailingen – diese Leidenschaft blieb fast bis ins Rentneralter erhalten. Bei den Senioren hielt er sich lange fit.


Volleyball
„Mit meinem Sohn Christian hat eigentlich alles angefangen. In ganz Deutschland bin ich 1980 beginnend mit der Jugend herum gefahren und plötzlich hat man mich gebeten doch Verantwortung zu übernehmen. Im Management bei der VSG und beim VFB habe ich mit viel Engagement anfangs mitgemischt. Aber irgendwann war das Ehrenamt mit dem Beruf nicht mehr zu vereinbaren.“
Für einige Jahre zog er sich zurück ehe er dann 2002 als Privatier mit dem Freundeskreis eine neue Leidenschaft entwickelte.



Wenn Siegfried Rehm über den Freundeskreis der VfB Friedrichshafen Volleyball GmbH spricht, kann er schon einmal ordentlich ins Schwärmen geraten. „Das ist eine ideale Kommunikationsplattform und eine richtig gute Sache für Friedrichshafen", sagt er. „Bei unseren Spielen kann man Kontakte knüpfen und pflegen sowie dazu noch tollen Sport erleben. Und Volleyball ist nun einmal eine außergewöhnlich attrraktive und faire Sportart."

Rehm, der den VfB-Volleyballern von 1989 bis 1993 schon einmal als Manager vorstand, ist mit ungeheuer viel Herzblut bei der Sache und damit genauso engagiert wie Elvira Brugger, die ihm bei der Betreuung des Freundeskreises nach Jürgen Hauke und damit auch der Gäste-Lounge in der Arena Friedrichshafen zur Seite steht.
Bisher zählt der Freundeskreis 280 Mitglieder, die den Spitzensport in Friedrichshafen fördern, damit ihre Verbunde
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nheit zum Volleyball zum Ausdruck bringen und zudem Zutritt zu allen VfB-Spielen zur Gäste-Lounge unter dem Dach der Arena erhalten. Bei gutem Essen mit einem ausgesuchten Glas Wein oder zünftigem Bier ist bester Blick auf das Spielgeschehen garantiert - ebenso wie die Möglichkeit das Team um Erfolgstrainer Stelian Moculescu persönlich kennen zulernen.

Und wie bezeichnete der Südkurier das Siedlerkind, als er den Führungsstab in der Siedlung an Edeltrud Wösle übergab?

                   "Ein Aktivposten in der Stadt"


                                  Hier, im Enzianweg, wohnen Inge und Siegfried Rehm seit fast vierzig Jahren.


go/wö





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