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Zeppelin Universität

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Die Zeppelin Universität (ZU) in Friedrichshafen am Bodensee ist eine staatlich anerkannte und vom Wissenschaftsrat akkreditierte privatwirtschaftliche Stiftungsuniversität.[1]


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Inhaltsverzeichnis

Überblick

Rechtsform und Entwicklung

Die Zeppelin Universität besitzt die Rechtsform einer gemeinnützigen Gesellschaft mit beschränkter Haftung und nennt sich selbst „Universität zwischen Wirtschaft, Kultur und Politik“, um damit den nach ihrem eigenen Selbstverständnis multidisziplinären Charakter von Forschung und Lehre zu betonen. Gesellschafter ist die ZU-Stiftung[2] mit Sitz in Friedrichshafen, Stiftungsgeberin ist die Zeppelin Baumaschinen GmbH, Garching bei München. Namenspatron ist der deutsche General und Luftschiffkonstrukteur Ferdinand Graf von Zeppelin. Seit 2007 ist die Zeppelin-Universität eine Stiftungshochschule.

Standorte

Die Zeppelin-Universität verfügt über zwei permanente Standorte in Friedrichshafen. Der ehemalige Hauptstandort der ZU (SeeCampus SMH) befindet sich in Friedrichshafen direkt am Bodensee. Da die Universität seit ihrer Gründung stark gewachsen ist, wurde im Jahre 2013 mit dem Bau eines weiteren, größeren Hauptcampus (ZF Campus) begonnen, der, finanziert durch eine Spende der ZF Friedrichshafen in Höhe von 20 Millionen Euro, zum Herbstsemester 2015 fertiggestellt wurde. Dieser ergänzt den SeeCampus am Seemoser Horn um eine größere Bibliothek, ein Audimax, weitere Büro- und Seminarräume, eine Mensa, einen Werkraum, ein Fitnessstudio und einen von Studenten frei nutzbaren Gebäudeteil mit diversen Coworking Space-Angeboten.


Von 2006 bis 2008 (bis zur Schließung des Flughafens) besaß die Zeppelin-Universität einen weiteren Standort im Foyer des Flughafens Tempelhof, das Institut für Luftschwimmkunst. Von 2011 bis 2014 befand sich am Hackeschen Markt in Berlin der HauptstadtCampus der Zeppelin Universität.[3]


Im Jahr 2018 wurde der Campus im Rahmen der Vergabe des DAM-Preises für Architektur des Deutschen Architekturmuseums als eins von vier herausragenden neuen Bauwerken in Deutschland ausgezeichnet.[4] Zudem erhielt die Universität für den Hauptcampus den Deutschen Hochschulbaupreises 2018 der Deutschen Universitätsstiftung.[5]

Studierenden- und Professorenzahl

Die Universität am Bodensee umfasste im Jahr 2014 rund 1300 Studenten und an die 50 Professoren.[6] In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Studenten kontinuierlich angewachsen.

Geschichte

Die Hochschule wurde 2003 aus der International School for General Management unter Dieter Giehmann zur Zeppelin University umgewandelt. Kurz darauf übernahm der Betriebswirt Stephan A. Jansen das Präsidentenamt und zugleich die Geschäftsführung. Dieser wandelte die ehemalige Business School zu einer multidisziplinären Hochschule um, deren Portfolio sich fortan über die Fachbereiche Wirtschafts-, Kultur- und Kommunikations-, sowie Staats- und Gesellschaftswissenschaften erstreckte. Dabei verfolgte die neu gegründete Zeppelin University, die mit gerade einmal 19 Studenten startete, von Anfang an das erklärte Ziel, die deutsche Hochschullandschaft durch neue, innovative Konzepte der Lehre und Forschung zu reformieren.[7]

Im Februar 2009 erreichte die ZU die Akkreditierung durch den Wissenschaftsrat Baden-Württemberg. Am 10. September 2011 wurden ihr als dritte private Hochschule in Deutschland die Promotions- und Habilitationsrechte verliehen.[8] Damit ist auch die Berechtigung verbunden, die Bezeichnung „Universität“ zu führen, die die ZU fortan im Namen trägt.

2010 erweiterte die Universität das Studienangebot um Executive Master-Weiterbildungsprogramme. Im Sommer 2014 traten Zerwürfnisse zwischen Stiftungsrat und Geschäftsführung zutage. Der erst im Dezember 2012 eingestellte Kanzler, Niels Helle-Meyer, erhielt Anfang August 2014 die fristlose Kündigung durch das höchste Eigentümer-Gremium, den Stiftungsrat. Als Begründung wurden unterschiedliche Auffassungen über die Zukunft der Universität genannt. Dass die Kündigung fristlos erfolgte, wurde mit dem Gang Heller-Meyers an die Öffentlichkeit begründet.[9]

Durch einen Pressebericht wurde am 10. September 2014 ein Provisionssystem bekannt. Mitarbeiter der Universität hatten für die Einwerbung von Geldern, z. B. für Stiftungsprofessuren, Prämien erhalten, die angeblich nicht mit den Geldgebern abgesprochen worden seien. Davon habe insbesondere Universitätspräsident Jansen profitiert. Dieser trat am 8. September 2014, nur einige Monate vor seinem eigentlich geplanten Ausscheiden, vorzeitig zurück.[9] Als Ursache nannte er persönliche Gründe – Jansen hatte bereits vor längerer Zeit angekündigt, die Universität spätestens im Frühjahr 2015 nach elf Jahren Präsidentschaft zu verlassen, um eine Stelle als Gastprofessor an der Stanford University anzunehmen.[10][9] Nach Jansens Rücktritt sahen sich er und die Zeppelin Universität mit einer Reihe von Vorwürfen konfrontiert. Im Oktober 2014 leitete die Staatsanwaltschaft Ravensburg ein Ermittlungsverfahren gegen Jansen wegen des Verdachts des Betrugs und der Bestechlichkeit ein.[11] Auch die Zeppelin Universität selbst will die Vorwürfe untersuchen lassen. [12]

Von September 2014 bis März 2015 führte Alfred Kieser kommissarisch die Universität. Seit April 2015 leitet Insa Sjurts als Präsidentin die Geschicke der Universität.

Auswahlverfahren

Die Studienbewerber werden in einem zweistufigen Auswahlverfahren durch die Hochschule ausgesucht: Nach der ausführlichen schriftlichen Bewerbung findet eine erste Vorauswahl statt, in der die Universität die vielversprechendsten Kandidaten bestimmt. Danach wird zu einem Auswahltag (Pioneers Wanted) eingeladen, an dem mehrere Vorstellungsgespräche mit Professoren, Studenten, Alumni und Externen stattfinden, sowie mehrere schriftliche Tests bestanden werden müssen. Zudem wird zusammen mit befreundeten Organisationen ein Projekt durchgeführt, bei dem eine Problemstellung im Rahmen einer Gruppenarbeit bearbeitet und anschließend vor dem Auswahlkomitee präsentiert werden muss.[13]

Das Auswahlverfahren der ZU gilt als anspruchsvoll[14] und selektiv[15], auch da es von den an anderen Hochschulen üblichen Verfahren erheblich abweicht. So nimmt die Universität Abstand von einem alleinigen numerus clausus und versucht stattdessen, Persönlichkeiten zu finden, die neben den erforderlichen objektiven Leistungen auch zum Charakter der Universität passen. Dabei wird Wert auf außerschulische Aktivitäten wie ehrenamtliches Engagement oder Praxiserfahrung gelegt.

Studium

Das Studium kann mit den akademischen Graden Bachelor of Arts und, sowohl konsekutivem als auch nicht-konsekutivem, Master of Arts abgeschlossen werden.

Studienvorbereitung

  • Kompass-Studium (Bachelor Orientierung):[16]

Seit Januar 2019 ist es möglich ein Semester lang auf Probe zu studieren. Gefördert wird dieses Format durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Bachelor-Program

  • Bachelor of Arts in Sociology, Politics and Economics
  • Bachelor of Arts in Corporate Management & Economics
  • Bachelor of Arts in Communication & Cultural Management
  • Bachelor of Arts in Politics, Administration & International Relations[17]

Master-Program

  • Master of Science in Corporate Management & Economics
  • Master of Arts in General Management
  • Master of Arts in Pioneering in Arts, Media & the Creative Industries
  • Master of Arts in Politics, Administration & International Relations.[18]

Executive Master Program

  • Executive Master of Arts for Family Entrepreneurship
  • Executive Master of Arts of Digital Pioneering
  • Executive Master Business & Leadership for Engineers

Executive Master Program

  • TailorMade Programm[19]


Mit Beginn des Herbstsemesters 2011 stellte die Zeppelin-Universität alle Bachelorstudiengänge auf eine Regelstudienzeit von acht Semestern um. Das zusätzliche Jahr soll als „Humboldt-Jahr“ vor allem für einen Forschungsaufenthalt an einer der Partneruniversitäten genutzt werden können. Die Zeppelin-Universität unterhält dazu unter anderem Kooperationen mit der University of California, Berkeley, der Sciences Po, mit der Copenhagen Business School sowie dem Goldsmiths College.[20]

Studiengebühren und Stipendien

Die Studiengebühren betragen im Masterprogramm zwischen 4.380 Euro und 7.612 Euro pro Semester. Für Bacherlorprogramme variiert die Summe zwischen 4.140 und 4.740 Euro bei semesterweiser Zahlung. Insgesamt belaufen sich die Studiengebühren für einen Bachelor-Abschluss auf 33.120 Euro und 37.920 Euro.[21]


Es besteht eine Reihe von Stipendien durch Stiftungen und Förderer, wie z. B. das Vodafone Chancen Stipendium und ein spezielles Studenten-Darlehen der Sparkasse Bodensee, das Student-Loan-Programm, welches zwei Drittel der ZU-Studenten zur Finanzierung der Studiengebühren nutzen.[22] Die Universität versucht dadurch, gezielt solchen Bewerbern ein Studium an der ZU zu ermöglichen, die aufgrund schwieriger persönlicher Hintergründe, oder Lücken im Lebenslauf Schwierigkeiten hätten, an anderen Hochschulen einen Studienplatz zu erhalten, sowie finanziell schwächer situierten Studenten unter die Arme zu greifen, um jedem Bewerber möglichst gleiche Chancen zu bieten. [23] Darüber hinaus sind ca. 15% der ZU-Studenten Stipendiaten eines Begabtenförderungswerkes, 15-mal so viel wie im bundesweiten Durchschnitt.

Studentische Initiativen

Es bestehen rund 59 studentische Initiativen. Dazu gehören unter anderem die Bildungsinitiative Rock Your Life, das Campus-Radio „Welle20“, die Uni-Zeitung „ZU|Daily“, das studentische Magazin „futurdrei“, der Debattierclub „Soapbox“, der „Club of International Politics“ mit eigener MUN-Gruppe, die Gründerkonferenz „Tatendrang“, das Kulturfestival „seekult“, "die Lange Nacht der Musik",der „Entrepreneurs Club“, die Karrieremesse „ZUtaten“, die studentische Unternehmensberatung „whyknot“, die International Student Group und mehrere politische Hochschulgruppen.[24]

Rankings

Im CHE-Ranking 2018 des Centrum für Hochschulentwicklung zählen die Bachelor- und Masterstudiengänge in Politics, Administration & Internationale Relations (Politik-, Verwaltungswissenschaft & Internationale Beziehungen) zu den Bestplatzierten im bundesdeutschen Vergleich. Im CHE-Ranking 2017 erzielte die ZU eine Platzierung unter die Top 3 aller deutschen Universitäten für die Bachelor- und Masterstudiengänge in Wirtschaftswissenschaften.[25]

Im CHE-Ranking 2014/15 des Centrum für Hochschulentwicklung belegt der Studiengang Wirtschaftswissenschaften den 1. Platz unter den deutschen Universitäten.[26]

Im 2014/15-Master-Hochschulranking des Centrums für Hochschulentwicklung belegt der Masterstudiengang Wirtschaftswissenschaften der Zeppelin Universität den 1. Platz, zusammen mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, unter Deutschlands Hochschulen.[27]

2011/12 erreichte das Fach Kultur- und Kommunikationswissenschaften im CHE-Ranking Platz 1. Die Politik- und Verwaltungswissenschaften kamen bundesweit auf Rang 4.[28]

Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2006: Auszeichnung als „Innovativer Ort“ im Wettbewerb „Deutschland - Land der Ideen“ der Bundesregierung
  • 2007/08: Platzierung unter den Top-10 der besten deutschen Universitäten im Hochschulranking 2007/2008 der Zeitschrift „Handelsblatt Karriere“
  • 2011: Hauptpreis „Deutschlands engagierteste Universität“ im Förderprogramm „Mehr als Forschung und Lehre – Hochschulen in der Gesellschaft“ vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und der Stiftung Mercator
  • 2013: Systemakkreditierung durch den Akkreditierungsrat und der Agentur ACQUIN[29]
  • 2013: “Highly Commended Award” des Literati Network Awards for Excellence

Bilder

DSC 6132 1.jpg DSC 6175 1.jpgStandort ZeppelinUni 881x495.jpg

Filme

360-Grad-Campustour (20.06.2017) - Quelle: YouTube/ZUCampustour


ZU-Der Film (17.01.2018) - Quelle: YouTube/ZUderFilm

Literatur


ZU-Gelber-Container.JPG
  1. Akkreditierungsurkunde
  2. ZU: Übersicht über alle Förderer
  3. Eröffnung des HauptstadtCampus der Zeppelin Universität, in: Centrum für angewandte Politikforschung am 7. Dezember 2011
  4. ZU: [1]
  5. ZU: [2]
  6. zu in zahlen, abgerufen am 29. September 2014
  7. https://www.zu.de/universitaet/historie.php
  8. Siehe zum Status den Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz: [3]
  9. 9,0 9,1 9,2 Vorlage:Literatur
  10. Vorlage:Literatur
  11. Vorlage:Internetquelle
  12. Philipp Alvares de Souza Soares: Der Sturz des Sonnenkönigs in: manager magazin online, 12. September 2014
  13. ZU: Bewerbungsverfahren
  14. Zeppelin Universität ist bekannt für ihr hartes Auswahlverfahren, in: Der Spiegel am 17. April 2013
  15. Ihre Noten und Praktika interessieren uns nicht!, in: FAZ am 9. Januar 2010
  16. ZU: [4]
  17. ZU: Bachelor-Programme
  18. ZU: Master-Programme
  19. ZU: [5]
  20. ZU: Infobroschüre
  21. https://www.zu.de/studium-weiterbildung/das-studium/stipendien-finanzierung/index.php
  22. Am Strand der guten Hoffnung, in: brand eins vom Januar 2005
  23. http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=47476
  24. https://www.zu.de/studium-weiterbildung/das-studium/studentische-projekte.php
  25. ZU: [6]
  26. Vorlage:Internetquelle
  27. idw: [7]
  28. ZU: Rankings
  29. https://www.zu.de/universitaet/auszeichnungen.php

Verweise


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Zeppelin_Universität aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.





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